Einfallstor nach Obwalden
Mag der Brünigpass auch nie die Bedeutung eines Nord-Süd-Alpenübergangs wie Splügen so oder Gotthard oder Simplongewonnen haben, so lässt sich doch nachweisen, dass schon im 14. Jahrhundert eine rege Verbindung zwischen dem Berner Oberland und dem Stand Ob dem Walde bestand. Doch lauerte zugleich die Gefahr, dass Feinde diese naturgeschaffene Pforte benützten. Wir wissen, dass im November 1315 eine östreichisches Ritterheer unter Führung desGrafen von Strassberg durch die Brünigsenke zog zu gleicher Zeit, als Herzog Leopold von Österreich durchs Ägerital gegen Morgarten vorstiess. Als aber die Kunde kam, die Schwyzer und die Urner hätten diesen überheblichen Truppen eine fürchterliche Niederlage bereitet, zog sich der Strassberger fluchtartig zurück. In der Folge erbauten die Obwaldner im blockdurchsetzten Gelände des eigentlichen Brünigs Schanzen und Letzinen damals ist wohl auch Burg Rudenz auf Giswiler Boden als Teil des Befestigungsgürtels am nördlichen Eingang des Brünigpasses entstanden. Manche glaubten, der vormalige Wohnturm auf der Geländekuppe datiere schon aus dem 13. Jahrhundert.
Der eine mag der Brünigbahn den Vorzug geben. Andere lenken ihr Motorfahrzeug der kurvenreichen Strasse nach und mögen sich dann auf der Berner Seite nach Brinzwiler-Brinz oder gegen Meiringen wenden. Besser prägt sich uns das wildbewegte Gelände auf dem alten Brünigweg ein, der als markierter Wanderpfad in die Höhe lenkt. Wer aber der Sonnenterasse den Vorzug gibt, mag sich von der Passhöhe nach Osten wenden. Die herrliche Schau vom Hasliberg mit seinen Fraktionen Hohfluh, Wasserwendi, Goldern und Reuti zu den Engelhörnern und zum Wildgerst macht uns den Abschied schwer. |
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